glas für glas

Die Gläserwahl. Zugegeben ein mässig spannendes Thema. Aber wichtig. Immerhin ist das Glas beim Weintrinken immer dabei. Es sei denn, ihr trinkt Wein aus Plastikbechern. In diesem Fall lege ich euch ans Herz, keinen Wein mehr zu trinken.

Regel Nummer Eins, kauft Gläser die ihr gut findet. Form, Preis, Material. Ihr müsst sie schlussendlich täglich anschauen, und abwaschen.
Da sich Menschen gerne beeinflussen lassen, will ich euch meine Meinung aber nicht vorenthalten.

Form
Damit sich die Aromen vom Wein optimal entfalten können und das Bouquet vom Fruchtcocktail zum Vorschein kommt, braucht er Platz – sprich ein Glas mit dickem Bauch ist gefragt. Haben sich die Aromen in Hülle und Fülle präsentiert, sollten sie nicht gleich wieder verschwinden – also bitte bei der Öffnung etwas enger werden. Da wären wir eigentlich bei der klassischen Form eines Weinglas. Diese Kriterien erfüllen die meisten Gläser, aber nicht im gleichen Ausmass. Ich finde, je dicker der Bauch umso besser.
Ein Stiel wäre natürlich auch angebracht. Der Schönheit wegen und damit man sich daran festhalten kann (genau Finger an den Stiel, nicht an den Bauch).

Material
Ein (edler) Tropfen gehört in ein (edles) Glas. Die Zeiten in denen man Wein aus einem Messing Kelch getrunken hat, sind vorbei. Kristallglas ist mittlerweile fast Standard, und empfehlenswert. Wichtig beim Material, die Wände sollen so dünn wie möglich sein. Warum? Wahrscheinlich der Eleganz wegen. Und damit es beim Anstossen prachtvoll klingt.
Mundgeblasen wäre schön, ist aber schlussendlich eine Preisfrage. Es geht meiner Meinung nach auch ohne.

Einsatz
Apéro mit Schaumwein, Weisswein zur Vorspeise, Rotwein beim Hauptgang, Süsswein zur Krönung. Braucht es für jeden Gang ein anderes Glas? Nein.
Schaumwein könnt ihr dem Feelingwegen in einem Flûte-Glas servieren (würde aber auch in einem normalen funktionieren).
Weisswein und Rotwein, gleiches Glas. Und dabei meine ich nicht nur die Form sondern auch die Anwendung. Es gibt keinen Grund, von Weisswein zu Rotwein das Glas zu wechseln. Unter einer Voraussetzung, ihr trinkt aus einem Universal-Glas. Und das würde ich jedem empfehlen, kauft eine einzige Glasform, ein gutes Universal-Glas. Braucht weniger Platz und reicht völlig aus. Natürlich kann man für jeden Typ Wein ein spezielles Glas kaufen, aber dann sollte man noch wissen, wie einsetzen. Zu kompliziert. Und ich behaupte, auf einem „normalen“ Trink-Niveau spielt es keine Rolle. Solange das Universal-Glas gut ist.

Marken
Da will ich nichts predigen. Kauft was ihr sympathisch findet. Bei mir ist aktuell das Gabriel-Glas im Einsatz. Und ich bin sehr zufrieden damit (nur der penetrante und grusige „Gabriel Glas“-Schriftzug nervt gelegentlich).
Riedel Gläser sind Klassiker. Mir persönlich gefallen sie nicht so gut, aber das ist Geschmacksache. Und die Auswahl ist verwirrend gross.
Schott Zwiesel sind ebenfalls solide und schöne Gläser, die ihr mit gutem Gewissen kaufen könnt. Das Burgunderglas aus der Serie „Vina“ eignet sich als Unviersal-Glas.
Würde ich heute neue Gläser kaufen, wären sie von Zalto.  Die faszinieren sogar, wenn sie leer sind. Mundgeblasen.

Fazit: Das Weinglas ist wichtig. Und ein gutes Weinglas gehört in jeden Haushalt. Aber ihr braucht keinen Gläser-Zoo.
Schlussendlich ist es ja doch der Inhalt, der zählt.