winterweine

Die Festtage sind vorbei und damit beginnt die wirklich harte Zeit des Jahres: Winter ohne Vorfreude, im Worst Case mit einem angeschlagenen Portemonnaie. Es ist absurd von Winter zu sprechen, wenn das Thermometer draussen 10 Grad anzeigt und die Vögel zwitschern. Egal, tun wir so, als wäre es kalt. Was also trinken zu:

Raclette und Fondue

Klarer Fall, Chasselas? Sicher der Klassiker, der gut harmoniert, keine Frage. Aber muss es immer klassisch sein? Ich bin kein grosser Chasselas-Liebhaber (Ausnahmen mache ich aktuell bei Sabine Steiner und Henri Cruchon), daher greife ich gerne zu Alternativen. Meiner Meinung nach passt fast jeder Walliser Weisswein. Ich liebe Heida und bin fasziniert von Raritäten wie Resi oder Lafnetscha (Chanton Weine sind hierfür die perfekte Adresse), sie haben mehr Charakter und sind spannender als Chasselas. Aber auch ein Riesling-Silvaner aus der Deutschschweiz ist ein schöner Begleiter zur Käsespeise. Wenn ich es mir recht überlege und wir pragmatisch sein wollen, könnt ihr sozusagen jeden Schweizer Weisswein, der aus einer hierzulande typischen Traubensorte gekeltert wurde, auftischen. Für die Trockenen Chasselas, die Fruchtigen Riesling-Silvaner, die Kräftigen Heida.

Was ist mit Rotwein? Geht auch, nicht so gut wie Weisswein, aber schlussendlich sollt ihr trinken, was ihr gerne habt. Auch hier kann die Schweizer-Wein-Regel wieder angewendet werden. Dôle, Gamay, fruchtiger Pinot – geht alles wunderbar. Achtet beim Rotwein einfach darauf, dass er tanninarm ist und nicht im Holz war.

Üppigen Speisen

Winter ist des Rotweins liebste Saison. Schwere Rotweine. Die uns beim Trinken fast erschlagen und die Augen zufallen bevor der letzte Schluck im Magen ist. Das stört aber nicht, denn wer will in den kalten, dunklen Monaten schon lange wach bleiben? Oder geschweige denn nach dem gemütlichen Essen noch auf die Gass gehen? Die schweren Weine passen glücklicherweise auch zu den üppigen Speisen, welche im Winter traditionellerweise gereicht werden. Geschmortes, Kartoffelstock, Braten, Polenta, fettige Saucen – dazu passen Weine aus dem Piemont (Nebbiolo), der Toskana (Sangiovese), Bordeaux (Merlot & Cabernet Sauvignon), Südfrankreich (Grenache, Mourvèdre, Syrah). Hauptsache sie haben eine wärmende Wirkung.

After Dinner

Portwein! Wieder so ein Getränk, das wir viel zu selten geniessen. Winter und Portwein, wäre bei Tinder ein Supermatch. Portwein ist sowieso total unterschätzt. Vielleicht, weil wir nicht wissen, wann wir ihn trinken sollen. Er ist süss, stark und wärmt von innen. Somit ist er das perfekte Schlusslicht einer Mahlzeit, geht aber auch gut zum einfach so trinken, vor dem Cheminée.

Nur noch 2 Monate, dann ist Frühling, vielleicht.